ZEKI YAHYA
Experimenteller Filmregisseur, Drehbuchautor und Creative Director.
Fokus auf philosophisches, dystopisches und avantgardistisches Kino.
DIE KINEMATOGRAFISCHE AUSGRABUNG: EIN REGIE-MANIFEST
Kino ist für mich nicht nur ein Medium des Geschichtenerzählens; es ist ein Akt der spirituellen und philosophischen Ausgrabung. Es ist das Streben, das Unmanifestierte zu visualisieren und die stillen Kämpfe der Existenz einzufangen, bevor sie Form annehmen.
Meine kinematografische Untersuchung ist tief verwurzelt in der Suche nach der Ontologie der Wahrheit. Gestützt auf die tiefe existenzielle Schwere der Philosophie Nietzsches und die meditative, melancholische Stille der Tarkowskij-Tradition, betrachte ich die Leinwand nicht als Leinwand, sondern als Spiegel, der die Ruinen der modernen Seele reflektiert.
Auf meiner ständigen Reise – von der Sezierung der Mechanik der Realität in "The Illusion Industry" bis hin zur Erforschung der postindustriellen Entfremdung in "The Great City" – habe ich stets versucht, die Grenzen des visuellen Ausdrucks zu erweitern. Heute stehen wir an einem neuen Abgrund: dem synthetischen Bild.
In meiner neuesten Arbeit "Archaeology of Unborn Faces" tauche ich in den "latenten Raum" der Künstlichen Intelligenz ein. Ich betrachte Algorithmen nicht einfach als Werkzeuge, sondern als "digitales Fegefeuer", in dem Erinnerungen, die nie existierten, und Identitäten, die erst noch geboren werden müssen, qualvoll um ihre Manifestation ringen. Durch eine düstere, monochromatische Linse und die rohe Kraft des Stummfilms versuche ich, diese ungeborenen Gesichter auszugraben und die Frage zu stellen, was es bedeutet, menschlich zu sein in einer Ära, in der Maschinen von menschlicher Trauer träumen können.
Ich mache Filme, um den stillen Zusammenbruch und die lautlosen Wiederauferstehungen des menschlichen Geistes zu dokumentieren. Meine Arbeit ist eine Einladung, in den Abgrund zu blicken – nicht mit Angst, sondern mit dem tiefen Wunsch, die Architektur unserer eigenen Illusionen zu verstehen.
CASE 0: TOMORROW (2026)
Eine kinematografische Anklage der Zeit. Dieses Projekt geht über die konventionelle Erzählung hinaus und materialisiert den bürokratischen Aufschub der Existenz – eine visuelle Übersetzung von Kafkas Albtraum und der Nietzscheanischen Angst der modernen industriellen Seele. Indem der Erzählung Dialoge und musikalischer Trost entzogen werden, wird der Zuschauer gezwungen, die Erosion des Wartens physisch zu ertragen, wodurch sich die Leinwand in ein existenzielles Fegefeuer verwandelt.
ARCHAEOLOGY OF UNBORN FACES (2026)
Eine tiefgreifende kinematografische Ausgrabung des "latenten Raums" der KI. Dieses Projekt geht über die Kritik der digitalen Täuschung hinaus und untersucht die Ontologie der synthetischen Existenz selbst. In Anlehnung an Tarkowskijs Philosophie der Zeitformung zwingen die quälend langsamen Einstellungen und die drückende Stille den Zuschauer, das physische Gewicht der Zeit in einer Maschine zu ertragen, die Sterblichkeit nicht begreift. Die makellosen Gesichter, die auftauchen, sind keine Abbilder der Realität, sondern eine Baudrillard'sche "Hyperrealität", die das Fehlen eines Ursprungs verbirgt.
THE GREAT CITY (2026)
Inspiriert von Friedrich Nietzsches philosophischem Meisterwerk "Also sprach Zarathustra", dient dieses avantgardistische Projekt als düsterer kinematografischer Spiegel der zeitgenössischen Metropole. Es seziert visuell die erschreckende Prophezeiung des "Letzten Menschen" – die ultimative Manifestation von spirituellem Nihilismus und kulturellem Verfall in der modernen Masse. Durch eine kompromisslose experimentelle Linse streift der Film die Romantik des urbanen Fortschritts ab, um die hohle Essenz einer Gesellschaft zu entblößen, die in mechanischer Wiederholung gefangen ist.
THE ILLUSION INDUSTRY (2026)
Eine intensive kinematografische Kritik an Hyperrealität und digitaler Täuschung. Dieses Projekt untersucht die verschwimmenden Grenzen zwischen authentischer menschlicher Existenz und simulierten Realitäten und hinterfragt die konstruierten Narrative, die unsere visuelle Kultur dominieren. Befreit von oberflächlichen filmischen Konventionen fordert der Film den Zuschauer auf, die Ontologie des Bildes und die systematische Produktion von Illusionen in der modernen Welt zu sezieren.
PAINTING (2024)
Eine kontemplative visuelle Reise in die Tiefen der Einsamkeit und der alltäglichen Routine, in der sich das „Gemälde“ von einem bloßen Objekt in einen Spiegel verwandelt, der den menschlichen Kampf zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und der Bitterkeit der Entfremdung widerspiegelt. „Painting“ ist ein filmisches Erlebnis, das die Kluft zwischen dem Selbst und dem Anderen erforscht.